Tweedmouth – Ashington

Tweedmouth – Ashington

Dienstag, 21. Juli: Tourtag 5.

Von diesem Tag gibt es wenige (in dem Sinne: keine) Fotos, da wir tatsächlich wichtigere Sorgen hatten. Daher dieser Tag in Kürze:

Morgens um 5:30 muss eine Spaziergängerin ihren Hund etwas zurückhalten, der etwas überrascht über unsere plötzlich in seinem Lieblingswald gewachsenen Zelte war.

Wir haben dann trotzdem bis etwa 7 Uhr ausgeschlafen, der einzig echte Fahrradladen war in Berwick und öffnete erst um 9:30.

Nach einem Frühstückskaffee dort angekommen bestätigte er uns: Das Kugellager ist durch. Er könnte da jetzt was bestellen aber in der nächsten Woche habe er auch gar keine Zeit. Er gab uns aber zwei Telefonnummern von Leuten, die uns eventuell helfen könnten.

Nummer 1: er kann ein Kugellager bestellen für die Nabe, aber das käme erst am Folgetag. Werkstatt in Fouldon (15km in die Gegenrichtung): Gut, zumindest eine Option.

Nummer 2: keine feste Werkstatt, er arbeitet aus einem Van heraus. Er war aber gerade unterwegs in einer anderen Stadt, also keine Option.

Nach ein bisschen hin und her entschieden wir uns: Dann wird es wohl ein Pausentag. Der örtliche Aldi wurde angesteuert zum Einkaufen, und ein Campingplatz (immerhin ebenfalls in Fouldon) angesteuert. Dort angekommen und gerade beim Zeit aufbauen kam ein Anruf vom Mechaniker in Fouldon: In Eyemouth gibt es die benötigten Lager wahrscheinlich. Wir müssten aber bis 14 Uhr dort sein.

Das haben wir uns nicht zweimal sagen lassen, sind auf die Räder (zur Abwechslung ohne Gepäck) gesprungen, und nach Eyemouth gefahren. Dort angekommen wartete in einem Industriegebiet in der hintersten Ecke ein kleiner Raum, vollgestopft mit Fahrrädern. Der Mechaniker war da, schaute sich das Problem an, und bestätigte: Das Lager war durch. Er sagte auch der Besitzer des zuerst von uns besuchten Ladens sei ein bisschen eigen und eher am Verkauf von E-Bikes als an Reparaturen interessiert. Er baute die Nabe auseinander – bzw. versuchte es erfolglos, denn das kaputte Lager war gar nicht herauszubekommen. Seine Diagnose schloss sich irgendwann der unseren an: Er fragt sich wie genau das eigentlich passiert sei.

Die Lösung war am Ende: Kassette umbauen auf ein anderes gebrachtes Laufrad gleicher Größe und mit Scheibenbremse, das er zum Glück noch da hatte. Das war so absolut in Ordnung für uns: Das Laufrad war sowieso ein altes, was Arne von seinem alten Fahrrad einen Tag vor Tourstart eingebaut hatte, weil in seinem Hinterrad eine Speiche gerissen war. Wir erinnern uns, das ist derselbe Arne der mich dafür kritisiert hatte mit einem bereits geflickten Schlauch in die Tour zu starten.

Die Tour war damit gerettet – auch wenn ein „Pausentag“ an dieser Stelle noch nicht wirklich geplant war (nach gerade mal etwas über 400km an 4 Tagen). Andererseits war es auch kein äußerst pausiger Pausentag mit knapp 40km Radfahrt.

Außerdem befanden wir uns jetzt 20km hinter dem von uns eigentlich schon erfahrenen Tourenteil bzw. 30km hinter dem Vortagesziel.

Zum Ende des Tages konnten wir uns zumindest für den stressigen Tag belohnen.

Mittwoch, 22. Juli: Tourtag 6

Am eigentlich als Erholungstag geplanten Tag mussten wir entsprechend des Ausfalls einiges nachholen. Wir konnten gegen 6:35 starten – und mussten erst einmal knappe 20km fahren, um einen Punkt zu erreichen an dem wir vorher noch nicht waren. Nach 25km machten wir so auch sehr spät dann erst unsere Frühstückspause.

Ich muss zugeben, die French Press im Bild vermittelt einfach nicht das Feeling einer Bialetti.

Die Nordseeküste Englands erinnert hier sehr stark an gegenüberliegende Seite in Dänemark. Auch die Eurovelo ist manchmal eher ein kleiner Dünenweg.

Da hier die Abwesenheit von Burgen bemängelt wurde (davon gab es in Schottland einfach nicht so viele):

Außerdem kamen wir an einer englischen… Hmmm… Windmühle

und am englischen Eiffelturm vorbei!

Arne als Skala

Auch war die Küste nicht immer komplett dänisch:

Und auch bis nach England hat es die Hochkultur geschafft!

Nach gut 115km auf der eigentlichen Route (plus ein bisschen Schlafplatz suchen) hatten wir wieder einigermaßen Strecke gegenüber dem Plan (etwa 100km pro Tag) gutgemacht.

Als wir gerade vom Schlafplatz suchen wiederkamen, hatten auch unsere Fahrräder schon einen neuen Bewunderer gefunden.

Zur Abwechslung des Tages gab es dann zum Tagesabschluss mal etwas anderes als Bier…

… bevor wir uns dann zum Sonnenuntergang wieder in den Zelten verzogen haben.

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