Edinburgh – Tweedmouth

Edinburgh – Tweedmouth

Montag, 20. Juli: Tourtag 4

Morgens kein Zelt abbauen zu müssen ist vorteilhaft, aber dafür war die Nacht im Hotel deutlich weniger erholsam als die Nächte im Zelt vorher. Das eigene (Zelt)bett schlägt einfach nichts!

Die Ausfahrt aus Edinburgh begann auf einer alten Eisenbahnstrecke, inklusive Tunnel!

Tunnelfahrten (ohne Autos) sind grundsätzlich großartig! Die Fahrt ging dann zuerst einige Zeit am Meer entlang,

irgendwann kürzte die Route (wir folgen hier überwiegend dem National Cycling Network) aber etwas über einen Hügel ab.

Erstmal runter, dann wieder dort rauf

250 Höhenmeter Anstieg mit Gepäck sind gut machbar – das dauert seine Zeit, aber ist nicht allzu schlimm.

Bis zu 17 Prozent Steigung zu Beginn des Anstiegs allerdings sind schon ohne Gepäck eine ziemliche Herausforderung, mit Gepäck wünscht man sich einfach irgendwie noch kleinere Gänge am Rad. Aber irgendwann waren wir oben angekommen.

Nach dem endlosen Aufstieg und der folgenden Abfahrt waren wir irgendwann in Berwick bzw. Tweedmouth.

Hier ging es wieder direkt an die Küste auf einen Radweg, der

  1. grob geschottert und daher unglaublich langsam und anstrengend zu fahren war
  2. Sehr schöne Aussichten auf Strand und Felsen bot.

Auf dieser Strecke passierte dann auch das Unglück. Ich passierte eines der vielen Vieh-Sperren und musste unglaublich lange auf Arne warten, der irgendwann auch extrem langsam eintraf. Sein Fahrrad machte… unangenehme Geräusche. Extrem unangenehme. Und das Hinterrad ließ sich nicht richtig drehen. Diagnose: Eine der Schrauben des Bremssattels lag auf der Bremsscheibe auf. Das haben wir irgendwie durch eine zusätzliche Unterlegscheibe unter dem Bremsadapter gelöst und konnten weiterfahren: 500 Meter später lag die Bremsscheibe dann komplett auf dem Bremssattel auf. So richtig einen Reim machen wie das jetzt passieren konnte, konnten wir uns nicht. Aber das gesamte Hinterrad war auf der Achse einfach nach links gewandert. Bei genauerer Betrachtung lief es auf Seite der Bremse nicht mehr so wirklich rund.

Irgendwann akzeptierten wir es: Das Rad fährt noch ein bisschen, aber nicht mit der Bremse. Diese haben wir also einfach abgebaut und mit Kabelbindern irgendwo am Rahmen montiert, und haben uns langsam fahrend zurück Richtung Tweedmouth bewegt.

Abendessen: das haben wir leider nicht fotografisch eingefangen. Wir haben uns aber einigermaßen dreist auf einer dieser Picknickbänke vor einer scheinbar nicht belegten Hütte positioniert:

https://maps.app.goo.gl/zitcx7Nk8RFKsGLNA

Hier konnten wir zumindest ungestört kochen und den Abwasch erledigen.

Tagesstrecke bis hier:

Gegen 22 Uhr (nach Sonnenuntergang) machten wir uns dann einfach in ein nahegelegenes Waldstück auf, schlugen dort unser Camp auf (nicht mehr in Schottland, daher streng genommen nicht ganz legal), und mussten hoffen am nächsten Tag die Situation irgendwie lösen zu können. Ein zweites Saint Tropez-Szenario sollte möglichst vermieden werden.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert


Consent Management Platform von Real Cookie Banner