Ashington – Kildale

Ashington – Kildale

Donnerstag, 23. Juli: Tourtag 7

Beim Aufstehen merke ich so langsam jeden Morgen etwas mehr, dass die Beine etwas müde sind. Im Gegensatz zum Vortag konnten wir aber mit dem guten Gefühl in den Tag starten, zumindest nicht mehr ganz stark hinter dem (sehr rudimentären) Plan zu fahren.

Unseren Nachtwald haben wir durch einen etwas weniger unbeobachteten Weg verlassen, direkt vor einem kameraüberwachten Eingang zu einem Industriegelände vorbei. Das heißt sollte jemand diese Aufnahmen ansehen, wird er beobachten wie zwei Leute mit Fahrrädern aus dem Wald kamen, die da nicht reingegangen sind. Der Weg war dennoch deutlich praktischer als der dornige Weg am Torwächter (taschenfressendes Pferd) vorbei.

Gegen 7 Uhr stand Frühstück am Meer an:

Am Meer ging es dann auch noch etwas nördlich von Newcastle entlang. Die Küste war hier stark (lokal)touristisch geprägt… Eher Ostseebad als noch wie am Vortag dänische Dünen.

In Newcastle ging es dann wieder auf die Fähre.

Und das war es damit für dieses Jahr.

Na gut, die Fähre brachte uns nur einmal über den Twyne, dann fuhren wir weiter.

In Sunderland bogen wir dann von Meer vorerst wieder ab, und wir fuhren entweder durch Wohngebiete, auf alten Bahntrassen, oder durch Baustellen.

Das mit der Baustelle war ein wenig unglücklich – der ausgeschilderte Radweg sollte an einer Stelle nach links abbiegen – dort stand ein zur Seite gehobener Bauzaun. Zur Seite geschoben heißt, da kann man durch. Nur ein korrekt aufgestellter Bauzaun ist verbindlich. Und korrekt aufgestellt ist so ein Bauzaun nur dann, wenn man nicht vorbei kann. Der erste stand jedenfalls wenig bedrohlich neben dem Weg.

Der nächste Variation

Bauzaun war ebenfalls nicht korrekt aufgestellt. Dort konnte man einfach (durch ein Dornengebüsch) dran vorbeigehen, auch mit Fahrrad. Also nicht gültig.

Hinter dem dritten Bauzaun standen zwei Frauen in oranger Warnweste, die zugeschaut haben was wir so machen (ab Bauzaun Nummer 2, Nummer 1 war weit weit weg). Bauzaun Nummer 3 war jedenfalls auch nicht korrekt aufgestellt, denn er endete neben einem normalen Zaun, unter dem wir die Fahrräder durchdrücken konnten. Die zwei Frauen grüßten wir nett, und fuhren weiter zum Ausgang der Baustelle.

Dort trafen wir auf Bauzaun Nummer 4. Der war zur Abwechslung korrekt aufgestellt, alle Elemente zusammengeschraubt, und endete an beiden Seiten im Dornengebüsch der Hölle. Schwierig.

Die zwei Frauen kamen dann hinzu, wir haben kurz geplaudert, und sie sagten man dürfe hier eigentlich nicht durch, da gebaut wird. Wir vermuten sie waren für die Sicherung zuständig und haben die Live-Demonstration der Schwachstellen gerne beobachtet. Sie zeigten uns dann einen Weg nach draußen (durch mehr Dornen), und wir konnten weiterfahren. Danach ging es sehr lange über stillgelegte Bahntrassen, leider überwiegend geschottert.

Zum bBemsen von Radfahrern haben sich die Engländer dabei ganz besondere Konstruktionen einfallen lassen. Ich hatte mit meiner Agilität (und dem schmalen Rennradlenker) wenig Probleme, Arne musste manchmal ein wenig kämpfen.

Nach langer Fahrt, gegen 18 Uhr, waren wir im Zielort Great Ayton.

Ein Stück östlich von hier hatten wir eine Farm gefunden, die das Zelten erlaubt, und so waren wir nach langen 125km endlich am Tagesziel angekommen.

Diese Farmen sind einfach, aber es gibt Duschen(!) und Toiletten, und viel mehr braucht es nicht. Das tragische an so einer Dusche ist, dass die erfahrene Tagesbräune dann einfach abgewaschen wird.

Das Schöne: Hier war sonst einfach niemand auf der gesamten Wiese außer einem neugierigen Huhn.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert


Consent Management Platform von Real Cookie Banner