Kildale – Skipsea

Kildale – Skipsea

Freitag, 24. Juli: Tourtag 8

Morgens um 5 Uhr sagte der Wecker MÄÄÄÄÄHHHH

und eine halbe Stunde später zog es mich aus dem Zelt. Auch hier hatte wieder ein Bewohner Interesse an einem der Räder gefunden.

Zum Tagesstart ging es früh einigermaßen knackig los. Da mussten wir rauf:

Was auf dem Foto nicht sonderlich schlimm aussieht, wird im Blick zurück offensichtlich:

25 Prozent Steigung sind nicht nur knackig, sondern auch sehr sehr hart an der Grenze des überhaupt noch fahrbaren. Dafür war die Aussicht oben nett!

Auch bei der Frühstückspause hatten wir noch einmal Besuch:

Wie auf dem ersten Foto zu sehen ist, war es das an dieser Stelle erst einmal mit befestigtem Untergrund. Die Strecke durch den North York Moors National Park war überwiegend viel auf Schotter und teilweise Single-Trails. Dafür auch überwiegend autofrei.

So schön es war, so anstrengend war es auch. Auf die ersten 40km konnten wir über 750 Höhenmeter Aufstieg messen – ohne dabei an Höhe gewonnen zu haben. Als Referenz: der härteste Tag der Alpenüberquerung schlug mit 1000 Höhenmetern auf 50km zu Buche.

Schließlich sahen wir zum ersten Mal seit Sunderland – etwa 100km zuvor – das Meer wieder.

Datu sei gesagt: Seit Edinburgh befinden wir uns auf der Eurovelo 12 – der „Nordseeroute!“

Nach dem Nationalpark ging es weiter fröhlich auf und ab, aber wieder einmal auf einer alten Eisenbahntrasse, das heißt mit erträglicher Steigung. Dafür wieder auf losem Untergrund (irgendwas ist immer).

Mit Scarborough passierten wir die letzte Stadt vor dem geplanten Campingaufenthalt.

Danach ging es noch ein bisschen über Landstraßen weiter. Diese waren bisher sich immer angenehm zu fahren, und die schottischen und nordenglischen Autofahrer rücksichtsvoll und vernünftig. Der Yorkshire-Bewohner ballert auf der Landstraße dann lieber ein bisschen, und überholt auch bei Gegenverkehr (und starkem Serienwind, was es noch ein bisschen unangenehmer machte).

Nach ziemlich genau 100km erreichten wir dann unseren angepeilten Campingplatz. Dieser hatte allerdings

  1. Draußen ein Schild aufgestellt mit der Info „Camping and Caravaning Club – members only“
  2. Ein überraschend starkes Schweinestall-Aroma direkt auf der Wiese zu bieten

Zur Einordnung: Die merkwürdigen Camping-Club-Plätze meiden wir eigentlich, und wir werden sicherlich nicht Mitglied in irgendeinem Club für ein paar Nächte mit dem Zelt. Viele der Campingplätze hier sind außerdem einfach nur Bauernhöfe, meistens auch noch aktiv bewirtschaftete, die sich mit einer Wiese und (bisher ganz guten) Sanitäranlagen etwas dazuverdienen. Die meisten legen diese Wiese nur nicht direkt neben den Schweinestall.

Wir mussten also, anders als geplant, nach 100km gegen 18 Uhr trotzdem noch ein gutes Stück weiterfahren für einen Nicht-Club-Campingplatz. Weshalb scheinbar alle Bauernhöfe hier in der Gegend sich für die Club-Geschichte entschieden haben, ist dabei nicht so ganz klar.

Das letzte flache Stück im Höhenprofil waren die zusätzlichen ca. 20km zu einem besser geeigneten Campingplatz.

Hier legten wir auch unseren Pausentag ein. Den verbringt man am besten mit Wäsche waschen, viel Herumsitzen und schlafen, zu beobachten welches Zelt wohl bei 7 Windstärken wohl als erstes aufgeben wird

und mit weiterer passiver Erholung.

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