Doddington – Dover – De Panne

Doddington – Dover – De Panne

Freitag, 31. Juli: Tourtag 15

Arne ordnete für diesen Tag Aufstehen um 4:45 an, um auf jeden Fall unsere gebuchte Fähre (Check-In bis 13:00) zu erreichen.

Entsprechend: Start um 5:28. Aus Zeitgründen fuhren wir auch zur Abwechslung mal wieder mit etwas mehr Druck im Pedal. Es war wieder etwas welliger, ein langer Anstieg über knapp 3km war dabei, und so langsam machen sich sowohl das Gesäß als auch die Beine immer häufiger bemerkbar. Bis Canterbury (ca 30km) zogen wir ohne große Pausen durch.

Kurz vor Canterbury dachten wir noch einmal, unsere nachlässige Tourenplanung würde uns wieder über eine Autobahn führen, aber es war tatsächlich einfach nur der normale Radweg, der über die Auffahrt zur Schnellstraße führte. Im Stress auf der Auffahrt wollte ich nicht unbedingt für ein Foto anhalten, wer möchte kann sich bei Streetview selbst einen Überblick verschaffen:

https://maps.app.goo.gl/iRpAMWfNDgG2HqUp6

Vom Schnellstraßenradweg etwas gestresst machten wir einen kurzen Stopp zum Erleichtern am Straßenrand… Und eine Minute später stand direkt ein Streifenwagen neben uns. Die Sorgen waren aber unbegründet, der Polizist wollte nur abbiegen um mit seinem Hund spazieren zu gehen. Wer sich die Mühe mit Streetview gibt, findet das Tor nach ein paar Metern.

Schließlich kamen wir nach Canterbury: Zentrum der anglikanischen Kirche, und ein beliebter Pilgerort.

Ortseingang Canterbury

Kurz vor dem Ortseingang hörte ich im Vorbeifahren ein Kind auf Deutsch zählen, entsprechend warf ich den Eltern 10 Meter weiter ein freudiges „Moin“ um die Ohren! Arne bestätigte kurz darauf: Das hatte seine Wirkung nicht verfehlt, die beiden waren ordentlich überrascht.

In Canterbury gab es das Frühstück aus zeitlichen Gründen zur Abwechslung im Cafe. Den Haupteingang zur Kathedrale fanden wir einfach:

Auf dem Schild stand „Entrance for Services only“… Also haben wir versucht drum herum zu fahren und einen Eingang zu finden. Nach einer kompletten Umrundung ohne einen Blick auf die Kathedrale (beim Pilgern muss man auch primär drumrum und nicht unbedingt rein, oder?) standen wir wieder am Haupteingang. Diesmal deutete aber ein Polizist an: Doch doch, kommt einfach rein!

Meine zweite mehr oder weniger aus Versehen Pilgerstätte neben Rom. Auf jeden Fall bleiben sie hier gerne up to date, direkt neben dem Eingang wurde schon eine Statue von Lisbeth aufgestellt.

Durch unsere Irrfahrt durch die Stadt hatten wir hier sicherlich 15 Minuten verloren, aber Canterbury ohne Kathedralenbesuch wäre dann doch falsch gewesen.

Danach wurde wieder fest in die Pedale getreten. Gegen 10:20 Uhr war dann schließlich Ankunft in Dover!

Ankunft in Dover 10:20 Uhr, Check-in um 13:00 Uhr… Wer sich fragt, warum wir uns doch so beeilt haben: Es gab auch die Option, mir der Fähre zwei Stunden früher bereits zu fahren. In Dover reihten wir uns entsprechend in die riesigen Abfertigungsschlangen ein, und konnten neben den langsam rollenden Stahlmassen noch einen Blick auf die charakteristischen Kreidefelsen werfen.

Als Radfahrer durften wir uns hier und dort an den Autos vorbeidrücken, nach dem erfolgreichen Check-in in der Schlange mit den Motorradfahren ganz vorne warten, und mit diesen gemeinsam auch als erste auf die Fähre rollen.

Zwei Stunden Fährfahrt voraus, was gab es also zu tun? Richtig!

Zwei Stunden Fahrt plus eine Stunde Zeitverschiebung bedeuteten Ankunft um 15:00 Uhr – im Gegensatz zur späteren Fähre war also noch Zeit, noch ein paar Kilometer mehr mitzunehmen.

Frankreich

Weiterer Vorteil als Radfahrer: man darf auch wieder als erster von der Fähre. Nachteil: auf der Straße vom Fähranleger müssen dann natürlich alle extra-schnell überholen. Glücklicherweise lief die Umstellung auf Rechtsverkehr im Kopf sehr viel schneller ab, als in der Gegenrichtung (Mein Fahrrad hatte ich schon direkt nach Ankunft auf der Fähre von Rechtslenker auf Linkslenker zurückgebaut).

Auffällig war außerdem, dass das Konzept Eurovelo in Frankreich deutlich mehr gelebt wird als im UK (alles mit Euro ist dort natürlich auch böse). Wir sahen hier auf der Fahrt nach Belgien mehr Eurovelo-Wegweiser als in den zwei Wochen im UK.

Der Fähranleger in Dunkirk ist dabei auch nicht direkt in Dunkirk, sondern 15km weiter westlich. Die Durchfahrt war nicht besonders spektakulär, und so erreichten wir nach endlos scheinenden (Die Beine waren nach zwei Fährbieren noch etwas schwerer) 30km schließlich in

angekommen. Campingplätze gibt es in dieser Ecke mehr als genug, die Wahl fiel auf einen direkt am „Plopsaland“ gelegenen Park.

Am Ende des Tages standen

… nein, keine 165km auf dem Tacho. Komoot will leider den 60km Fähren-Sprung nicht ignorieren, 105km waren es. Wieder einmal deutlich mehr als gedacht. Das bei der Planung angedachte Tourziel „über die Grenze nach Belgien und in den ersten Zug“ war damit erreicht.

Da wir aber noch ausreichend Zeit hatten, ging es auch am 1. August noch weiter – natürlich im nächsten Beitrag zum Tourabschluss, dieser Eintrag ist bereits lang genug.

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