De Panne – Brügge
Samstag, 1. August: Tourtag 16
Am 16. Tag der Tour (viel zu lange nach der letzten Pause) können wir ein bisschen ausschlafen – bis 6 Uhr erlaubten wir uns.
Zum Tourstart ging es zunächst wieder erst einmal übers Land an einem Kanal entlang,

Belgien präsentierte sich dabei von seiner Yorkshire-artigen Seite.

So lief es einigermaßen locker bis zur ersten Stadt nach 15km, in der wir unsere Frühstückspause einlegten. Zur Feier des Tages konnten wir unser Frühstück einfach direkt bei einem Bäcker besorgen, die es im UK einfach nicht gab (auf der gesamten Tour haben wir 2 gesehen).
Danach ging es an die Küste, die sich als sehr stereotypisch Belgisch erwies… Das bedeutet ziemlich verbetobiert. Irgendwann ging es dann doch nochmal für ein paar Kilometer am Strand entlang,


bevor wir in Oostende bei Kilometer 30 ins Landesinnere abbogen. Hier hieß es wieder:

Kanalfahrt. Und auch hier bestätigte sich ein Klischee: Die Belgier sind Radsportler! Hier trafen wir wirklich unzählige Rennradfahrer, eindeutig mehr als uns im UK in der gesamten Zeit begegnet waren. Wir mussten unser langsames Tempo (meine Beine waren heute wirklich müde) zu großen Teilen hintereinander fahrend machen. Und das fiel mir zumindest ab Oostende schon schwer genug. Die Beine sind natürlich müde, die letzten 15 Kilometer des Tages sind eigentlich immer die schwersten. Die letzten Kilometer der gesamten Tour sind entsprechend noch schwerer, zumindest mental. So waren es nur 60 Kilometer an diesem Tag, die auch noch komplett flach waren – rein objektiv sicherlich die leichteste Etappe überhaupt.

Wir erreichten schließlich mehr oder minder kaputt unser abschließendes Ziel:




Brügge! Wie deutlich zu erkennen ist, ist es hier wirklich hübsch. Und es zeigt wie es in Lüneburg aussehen würde, wäre Rote Rosen eine europaweit ausgestrahlte Sendung. Die Ähnlichkeit zum Marktplatz und (letztes Foto) z.B. zum Stint sind durchaus markant, nur dass mehr Touristen hier waren.
Und so gönnten wir uns auch schon kurz vor Mittag unsere sehr verdiente Belohnung nach einer erfolgreichen Tour!

Zur Erinnerung: Die Tour letztes Jahr mussten wir kurz vor dem Ziel (Saint Tropez statt Marseille) abbrechen. Ziel dieser Tour war „nur“ die belgische Grenze, mit dem Gedanken „Dort können wir in einen Zug nach Brüssel springen, und von dort aus mit der DB Heimfahren.“ Brügge war entsprechend die Bonusfahrt, mit der wir das ausgerufene Ziel übererfüllen konnten.
Schlussendlich erreichten wir mit der eigentlichen Strecke (alles an Inverness)

sehr gute 1497km (ziemlich genau 60km sind der Fährübersetzer). Mit Prolog (Amsterdam – IJmuiden sowie Newcastle) wären es noch einmal 48km mehr, also 1545km. Das hätte im Komoot-Screenahot aber nur zu Sprüngen ähnlich der Fährverbindung geführt, daher habe ich es ausgelassen. Zur Gesamtstrecke zählen sie sicherlich dazu, da mit kompletten Gepäck absolviert.
Die Heimfahrt selbst verlief dann besser als gedacht. Wir hatten etwas Probleme Fahrradplätze im Fernverkehr zu finden und hatten erwartet, die Grenze mit dem Fahrrad überqueren und dann mit dem Regionalverkehr heimfahren zu müssen, konnten aber am Vortag dann doch noch eine ICE-Nachtverbindung buchen. Der Umstieg in Frankfurt war dabei ein wenig hektischer als erhofft. Unser Zug war verspätet, unser Anschluss-ICE stand zwar am Gleis direkt gegenüber, aber das Fahrradfabtteil war am anderen Ende. So ein 13-teiliger ICE ist lang, und so mussten wir den Bahnsteig entlang gegen das Radfahrverbot im Bahnhof verstoßen (mit maximal noch möglicher Geschwindigkeit), was machts um 1 zum Glück möglich war.
Schlussendlich war ich gegen kurz vor vier daheim, Arne drei Stunden später – und für mindestens zwei Tage verschwindet das Fahrrad jetzt erst einmal in meinem Keller.