Wragby – Peterborough
Montag, 27. Juli: Tourtag 11
Nach einer sehr windigen Nacht begann der Morgen des 27. Juli für mich gegen 4:30 Uhr und damit etwa eine Stunde zu früh. „Ganz schön wenig Luft in der Matratze“ war mein erster Gedanke, „Liegt bestimmt am gefallenen Außendruck“ mein zweiter. Das ist soweit nicht komplett ungewöhnlich.
Also irgendwie mit dem Schlafsack neben der Matte positioniert (sollte ja weiterhin muckelig bleiben), ein paar Mal gepumpt, und es ging wieder auf die Matte. Aber irgendwann merkte ich abermals „mit jedem Atemzug habe ich mit dem Hintern etwas mehr Bodenkontakt…“
Also durfte ich einmal das Flickset ausprobieren. Als ich damit fertig war, war es bereits 5:15 Uhr. Mit meinem Geraschel hatte ich dann Arne im Nebenzelt geweckt, der entsprechend nervös wurde und dachte „Jan fängt schon an zu packen! Da muss ich mich jetzt beeilen!“
Damit ich wiederum nicht ins Hintertreffen geraten würde, war damit jeder weitere Versuch noch ein bisschen Schlaf zu ergattern ebenfalls im Keim erstickt. Abfahrt war dann um 6:22 Uhr.
Es ging flach los, und diesmal sehr schnell auf eine alte Bahntrasse. Es gab sogar einen netten Platz zum Frühstücken.

Wie auf dem Foto sichtbar, war der Himmel komplett wolkenlos. Als gute Faustregel für das britische Wetter hat sich etabliert: Morgens schauen wie der Himmel so aussieht, am Mittag wird es dann das genaue Gegenteil sein. Bisher hieß das meistens morgens komplett bedeckt, nachmittags strahlender Sonnenschein mit maximal ein paar Wölkchen.
Lincolnshire (das wir heute durchquerten) ist dabei gewissermaßen das Friesland Englands. Komplett flach, durchzogen von ein paar Kanälen.

Gegen 10 Uhr hatten wir schon Boston bei etwa 35km erreicht


und konnten uns entsprechend schon früh eine richtige Pause gönnen.

Hier ist auch der bereits zuziehende Himmel gut zu erkennen. Die Sonne kam trotzdem immer mal wieder durch, es war nicht vollständig bedeckt.

Entsprechend trugen wir dann auch wieder brav Sonnencreme auf, damit ich mich farblich nicht an mein rot-weißes Fahrrad anpasse.
Gegen Mittag waren wir dann auch schon bei 65 km, und so sollten die geplanten 110 bis Peterborough auch kein großes Problem sein. Die letzten ca 20km haben mich dabei allerdings ziemlich umgehauen, und nach Ankunft in Peterborough musste ich erst einmal eine halbe Stunde schlafen.
Danach zeigte sich bei mir ein deutlicher Sonnenbrand auf den Armen – zumindest eine Erklärung, warum ich so kaputt war (das bisschen Radfahren kann das ja nun nicht sein). Heute war allerdings auch der erste Tag, an dem ich nicht mehr die mächtige Sonnencreme von dm genutzt habe, sondern eine hier in England gekaufte – meine Theorie dazu war bereits beim Kauf, dass die britische Sonnencreme Selbströter enthält, damit hinterher auch alle sehen dass man im Urlaub war. Nach einem ersten Selbsttest kann ich das so also bestätigen.
Am Ende waren es 112km, ab Mittag wieder mit respektablem Gegenwind.

Wir sind direkt in Peterborough gelandet, diesmal in einem Hotel. Bis zum nächsten Campingplatz (der Zelte erlaubt) wären es noch einmal 40km mehr gewesen, was wir uns entsprechend nicht mehr geben wollten. Zumindest werde ich hier kaum die Matratze flicken müssen!