Fiuggi – Roma

Fiuggi – Roma

Zur Abwechslung muss der Großteil der Leser heute mal nicht auf Google Maps suchen, wo mein Ziel überhaupt liegt! Gestartet bin ich am Freitag, den 5. Mai, aber natürlich in den Hügeln südlich von Rom, in Fiuggi. Diesmal gab es sogar ein Frühstück im Hotel (erschreckend viele Deutsche), was meinen Start leicht verzögert hat. Außerdem musste natürlich das Fahrrad auch wieder nach unten transportiert werden… Und der begeisterte Hotelier vom Vorabend wollte noch die Details meiner weiteren Route wissen. Die Fahrt startete dann auch so angenehm wie nur möglich: Ein paar Höhenmeter musste ich noch klettern, dann ging es 20km nur bergab! Und das auch noch überwiegend auf einem eigenen Radweg!

Teilweise war es natürlich auch wieder leicht… abenteuerlich.

Hier musste ich mich also wieder einmal ein Stück nach unten klappern. Ziemlich kam ich dann auch in den weitreichenden Speckgürtel Roms, der jetzt nicht besonders fotogen war. Keine Überraschungen hier. Zunächst steuerte ich die östlichste Metrostation an, um zu entscheiden ob ich mir den Stadtverkehr geben möchte oder nicht (und die Möglichkeit des Umsteigens zu wahren, sollte es zu schlimm werden). Und dazu muss ich sagen: Zu empfehlen ist es wirklich nicht gerade. Zum Einen bewegen sich die Autofahrer irgendwo im Bereich zwischen „Da ist ein Radfahrer, mir egal.“ und „Da ist ein Radfahrer, bringen wir ihn um!“, zum Anderen sind die Verkehrsführungen nicht immer so eindeutig, dass man nicht versehentlich dann doch falsch abbiegt und bei der Korrektur nochmal versehentlich im Einbahnstraßenbereich landet.

Kam aber niemand in dem Moment. Irgendwann kam ich sogar in einen Bereich, in dem so etwas wie ausgewiesene Radwege existierten!

So hab ich mir das vorgestellt! Bei der Porta Maggiore (ich hätte ein Foto machen sollen) war ich abermals etwas irritiert von der Straßenführung. Vermutlich war ich etwas abgelenkt vom großen Aquädukt, oder große Kreisverkehre liegen mir einfach nicht! Unweit davon kam ich dann jedenfalls endlich am gesetzten Wegpunkt an:

In der Innenstadt kann ich das mit dem Fahrrad dann wiederum durchaus empfehlen, ein wenig Schmerzbefreitheit vorausgesetzt. Durchfahrt verboten neben dem Kolosseum, aber Straße irgendwie frei? Kann man mit dem Fahrrad machen. Stehender Verkehr an roter Fußgängerampel? Da kommt man gut durch. Deadlock auf irgendwie riesigem Platz zwischen Bussen, Taxis, und sonstwas? Der Vespa hinterher und durchdrücken. Über die Engelsburg-Brücke? Okay, auch ich habe Grenzen, da hab ich geschoben. Waren einfach ein bisschen zu viele Menschen. So ein Fahrrad verschafft in diesem Fall aber auch einfach ein bisschen Platz für ein Foto. Davon abgesehen muss ich hier natürlich darauf hinweise, dass ich es keinesfalls gutheißen will Verkehrsregeln zu missachten! Nach meiner Rückkehr nach Deutschland werde ich mich einfach nur wieder ein wenig umgewöhnen müssen.

Dann ging es natürlich noch ein paar Meter um die Ecke, und um das Motiv „Jan auf Fahrrad vor Dingen“ nicht überzustrapazieren:

Die letzten paar Meter zwischen Engelsburg und Petersplatz habe ich natürlich auch geschoben. Am Ende standen damit entspannte 87km (und überraschende 1300 Höhenmeter) auf dem Tacho:

Rom wäre eigentlich ein schöner Zielpunkt der Reise. Die Fahrt vom Kolosseum zur Engelsburg fühlte sich nach einer geradezu poetischen Zieleinfahrt an. Es muss aber weitergehen, denn es waren deutlich mehr als vier Tage Resturlaub übrig. Aber: Der Chef des Mannes, der im Gebäude im Hintergrund meines letzten Fotos wohnt, sagte schon: Am siebten Tage sollst du ruhen. Ganz unabhängig davon sind die Beine inzwischen wirklich etwas müde, wie ich beim Treppensteigen merke, und Regeneration sollte nicht vernachlässigt werden. Also verbringe ich einen Ruhetag in Rom.

Dazu gehörte sinngemäß als erstes, für Samstag, den 6. Mai, einmal keinen Wecker stellen zu müssen. Ein bisschen überrascht war ich dann aber schon, über 10 Stunden geschlafen zu haben. Als erstes also wieder zum Petersplatz. Viel zu voll. Die Schlange für den Dom reichte einmal komplett um den Platz. Nope, nicht mit mir. Stattdessen entschied ich mich, einem Geheimtipp zu folgen, von dem ich letztes Jahr mal gelesen hatte: Links hinter den Säulen des Platzes auf die Schweizer Gardisten zugehen, und auf Deutsch (der Teil ist wichtig) um Einlass zum Friedhof bitten. Wie sich herausstellte, funktioniert das. Man darf dann den abgesperrten Bereich betreten und läuft ein Stück neben dem Petersdom entlang.

Dort gelangt man dann in den kleinen, stillen Friedhof!

Angeschlossen ist auch eine kleine Kapelle.

Auf dem Friedhof scheint sogar ein Pirat begraben!

Die Kapelle ist nicht besonders beeindruckend, aber der kleine Friedhof als stiller und fast leerer Ort inmitten des römischen Getümmels ist schon eine nette Abwechslung. Insofern kann ich diesen Geheimtipp, den wirklich fast niemand zu kennen scheint, nur weitergeben.

Wieder draußen im Getümmel hatte die Stadtpolizei eine kleine Präsentation alter

und neuer Polizeifahrzeuge.

Danach habe ich mir zu Fuß (ich konnte mich davon einfach nicht abhalten) die Touristen-Route gegeben.

Piazza Navona
Pantheon

Auf dem Weg zum Trevi-Brunnen erhalte ich einen Tipp per WhatsApp: „Meide die Fußgängerzone zwischen Pantheon und Trevibrunnen. Leg dich stattdessen lieber in den Park.“

Ja, der Tipp kam leider etwas zu spät. Am Brunnen sah es dann so aus:

Für ein Selfie hat es aber noch gereicht.

Danach folgte ich dem guten Ratschlag, und legte mich in einem Park auf einer Bank schlafen. Später am Tag schaute ich dann auch noch bei der spanischen Treppe vorbei:

Wie ich finde, deutlich überbewertet. Ich war vor langer Zeit schon einmal in Rom, damals hatten wir uns die Treppe gespart, wenn ich mich richtig erinnere. Außerdem hatten die Carabinieri uns Vatikan-Verbot erteilt (warum führe ich hier jetzt nicht aus). Aber da mich am Morgen ein Schweizer Gardist höchstpersönlich eingelassen hat, ist das denke ich verjährt. Daher habe ich mich eine Stunde vor Ladenschluss doch noch in die Schlange für den Petersdom gestellt. Beim ersten Mal hatten wir diese geschickt umgangen, indem wir nur eine einzige Absperrung etwas umgestellt haben und dann vielleicht über eine weitere geklettert sind. Wie war das mit dem Vatikanverbot? Nein, das war nicht der Grund.

Okay, also Petersdom: Groß. Wirklich groß!

Die Liste der Päpste würde ich zumindest teilweise als umstritten erachten.

Die Gräber im Keller oder die Kuppel (bin ich denn wahnsinnig??) sparte ich mir. Im Gegensatz zum ersten Besuch behielt ich auch die Schuhe an – das hat den Besuch ein bisschen weniger besonders gemacht, muss ich zugeben. Wie? Nein, barfuß im Petersdom hat niemanden gestört, dafür gab es kein Vatikanverbot. Draußen gab’s noch ein paar Gardisten, diesmal mit Pike!

Okay, es ist ein endlos langer Eintrag geworden, und ich bin mir nicht ganz sicher, wie dankbar mir meine Beine am Ende wirklich waren. Der Hintern war es auf jeden Fall, und das Fahrrad hat zwischendurch auch noch etwas Wartung abbekommen (Bremsen nachgestellt, kleine Schläge in den Felgen raus, nichts großes). Ich werde also sehen wie es mir auf der nächsten Etappe gehen wird, denn am Sonntag geht es schon weiter! Ach ja, zwei Dinge noch. Erstens:

Bierselfie mit Engelsburg UND Petersdom

Zweitens: Das heutige Titelbild ist ein Gullideckel. Das wollte ich erwähnen, war aber irgendwie nicht organisch einzuarbeiten.

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